Die Pressesprecher der Fußballclubs unserer Region
stellten sich unseren Fragen

Der Zeitpunkt hätte günstiger kaum gewählt sein können: Einen Tag nach dem denkwürdigen 5:5 des FC Energie Cottbus gegen den Karlsruher SC und drei Abende vor dem mit Spannung erwarteten Berlin-Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC lud der Verband der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg am 14. September die Pressesprecher der drei Fußball-Zweitligisten aus Berlin und Brandenburg zum Jour Fixe. Und so stellten sich Gerd Graus (Hertha), Lars Töffling (Cottbus) und Christian Arbeit (1. FC Union) den Fragen von Stefan Frase (RBB). 

In einer munteren Runde mit rund 20 Zuhörern begründete Arbeit noch einmal, warum sich der 1. FC Union vorm Derby gegen Hertha gegen einen Umzug ins Olympiastadion entschieden hat, obgleich den Köpenickern dadurch "mehrere 100000 Euro Einnahmen entgehen" und Eintrittskarten verlost werden mussten: "Geld ist nicht immer alles, der Heimvorteil war uns wichtiger". Graus bekräftigte das Ziel von Hertha, sofort in die 1. Bundesliga zurückkehren zu wollen. "Derzeit macht das Arbeiten sehr großen Spaß", sagte er mit Blick auf den eindrucksvollen Saisonstart mit drei Siegen und jeweils knapp 50 000 Zuschauern pro Heimpartie im Olympiastadion. Töffling wiederum konnte sich nicht erinnern, jemals so ein Spiel wie das 5:5 des FC Energie gegen Karlsruhe gesehen zu haben. "Das bleibt wohl einmalig", mutmaßte er.

Kritisch und zuweilen kontrovers wurde über die Arbeitsbedingungen der Journalisten bei den drei Zweitligisten diskutiert. Während es in Cottbus und bei Hertha BSC kaum Probleme gibt, hagelte es Kritik für die Unioner. "Es ist wirklich sehr schwer, in der Alten Försterei aktuell zu arbeiten", kritisierte Jens Mende, Fußballexperte der Deutschen Presse-Agentur. Arbeit musste einräumen, dass es durch den nicht abgeschlossenen Stadionumbau auch künftig bei den Provisorien im Pressebereich, zu wenigen Sitzplätzen für Berichterstatter und beengter Mixed-Zone bleiben werde. Immerhin sollen künftig im Pressecontainer Fernseher aufgestellt werden. Vorbildlich stellt sich die Situation beim FC Energie dar. "Bei uns kommen aber auch nicht so viele Journalisten", räumte Töffling offen ein. Während nach Cottbus bei Top-Spielen maximal 40 schreibende Journalisten reisen, haben sich nach Auskunft von Arbeit für das Berlin-Derby allein 85 Kollegen aus dem Printbereich angesagt.

Jens Trommer

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