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Spannung und Hochstimmung beim 101. Rundenkarussell |
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wenn man einen Bekannten hat. Gut, dass der Ulli Jansch heißt, bei uns im
Berlin-Brandenburger VDS Mitglied ist und die Idee offerierte, die
VDS-Mitkollegen zu einem Besuch ("Jour Fixe") des Sechstagerennens
einzuladen. Bei dem er, wie sagt man doch, das zweite Jahr den Hut als
Pressechef auf hat. Und so fanden sich rund 30 Kolleginnen und Kollegen am vorletzten Tag (Montag, 30.1.) der 101. Auflage des Spektakels vor Beginn der Hauptwettbewerbe an der Pforte ein. Begrüßt von VDS-BB-Vorstandsmitglied und Newsletter-Verteiler Jürgen Fischer. Dito anschließend Ulli Jansch im Pressekonferenz-Raum. Jener gab - nach Hinweis auf das Novum der einzigen Radrennbahn unter Erdoberflächen-Niveau - dann Sechstage-Neubegründer und Veranstaltungschef Heinz Seesing und dessen Technischem Leiter Joachim Koppe das Wort. |
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| Das
Nordlicht Seesing - auch nicht mehr der Allerjüngste - registrierte
zunächst erfreut, dass er ein paar bekannte Gesichter aus den Tagen des
Wiederbeginns des ältesten deutschen Sechstagerennens 1997 erkenne. Wen er
gemeint haben könnte? - Günter Kurtz vermutlich, Wolfgang Schilhaneck,
Jürgen Fischer und natürlich den immer noch wie ein perpetuum mobile
aktiven Manfred Hönel. Jene Kollegen, und andere, haben Seesings Bemühen um die Wiederbelebung des Ereignisses seinerzeit medial unterstützt. Weil sie im Gegensatz zu Redaktionen westlich des Brandenburger Tores es nicht als quasi Tabubruch ansahen, dass das legendäre Rundenkarussell vom einstigen Sportpalast und Deutschlandhalle - im Westen - in den östlichen Prenzlberg verpflanzt wurde. Weil an der Stelle, wo das Velodrom wegen der Olympiabewerbung 2000 unter die Erde gesetzt wurde, das Ostberliner Pendant - Winterbahnrennen - in der Werner-Seelenbinder-Halle kreiselte. Und Fans DDR-weit in Scharen in die nach dem Krieg zur Sporthalle umfunktionierten, ehemaligen Vieh-Schlachthalle lockte. |
Mit großer Aufmerksamkeit wurden die Ausführungen verfolgt |
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Seesing und Mitstreiter überzeugten den damaligen Regierenden Bürgermeister Diepgen, dass die
bald - warum eigentlich ? - als Six Days beworbene Veranstaltung hier,
zentrumsnah und verkehrsgünstig gelegen, eine Zukunft hätte. Mit dem
Hinweis, ohne öffentlichen Gelder (Ausfallbürgschaften) auskommen zu
wollen, verblüffte er die subventionsgewohnten (West-) Berliner
Politiker und entzog Gegenargumenten jeglichen Boden. Getreu Seesings hanseatischem Kaufmannsprinzip, nicht mehr auszugeben als Einnahmen erbringen, hat sich die moderne Form der Gladiatorenvorführung an der Spree etabliert. Obwohl in weitaus wirtschaftlich potenteren Regionen - München, Dortmund, Hannover - diese Unterhaltungsform den Bach runterging. Seesings Credo "Alles zum Wohl der Veranstaltung, der Pedaleure und der treuen Zuschauer" zu arrangieren, hat sich als existenzerhaltend bewährt. Nun allerdings, angesichts der angespannten Finanz- und Wirtschaftslage, denkt der Macher ernsthaft über die in Berlin üblichen Senats-Ausfallbürgschaften nach. |
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| Denn
die
aktuelle Sponsoren-Zurückhaltung hat auch ihm ungewohnten Trouble
beschert. Weil Titelverteidiger und Lokalhero (zudem Weltmeister und
Olympiasieger) Robert Bartko mit einer Kürzung seiner Gage um angeblich
ein Drittel nicht einverstanden war, sagte der in Ludwigsfelde ansässige
Potsdamer medienwirksam kurz vor dem Startschuss ab. Möglicherweise hätten die Organisatoren und der mit allen Vertragsvollmachten für das hochklassige Feld ausgestattete Sportliche Leiter, Dieter Stein, besser dagestanden, wenn er oder Seesing in aller Offenheit dargelegt hätte: Unser Etat von ca. drei Millionen (oder 3,5 Millionen) Euro ist dieses Jahr nicht zu halten. So müssten alle Fahrer Einbußen quittieren, was selbst für Otto Normalverbraucher einleuchtend wäre. Doch da Seesing im Geschäftsgebahren eher dem hanseatischen Austern-Prinzip zugeneigt ist (möglichst nichts nach außen geben), wollte er diesbezüglich Zahlen nicht preisgeben. Nur soviel verriet er: Bartko habe nach den beiden australischen Weltmeistern, die dann auch am Schlusstag den Siegerkranz eroberten, "die dritthöchste Gage" angeboten bekommen. |
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| Der
Technische Leiter Joachim Koppe verriet denn noch einige interessante
Details: 300 Mitarbeiter bewältigen Aufbau (4 Tage) und Abbau (13
Stunden), 200 Lkw-Bewegungen pro Tag, 100 Tonnen an Elementen und
Bauteilen für den Innenaufbau... und dass an jedem Renntag 1200
Mitarbeiter und Helfer im Einsatz sind, dürfte kein Normalbesucher auch
nur ahnen... Dann gings ins Getümmel mit Sprints, Dernyeinlagen, diversen Jagden, Keirin, Punktefahren u.a., unterbrochen von Showtime-Einlagen oder Vorstellung des Teils der bereits als Olympiateilnehmer feststehenden BDR-Teams. Lukrativ und attraktiv ein Rundgang in zwei Etagen, wo alles für Radaktive (Räder, Ausrüstung) sowie Speis und Trank aus Schlemmer-Regionen und in Schlemmerqualität verabreicht wurde. Und wo natürlich die unvermeidlichen Sponsoren-Autos Parade standen. |
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Kampfgeist und Leistungswille auf dem Holzrondell, pure Lebenslust und
Hochstimmung unter den 12 000 in Wandelgängen und Innenraum. Und im
VIP-Raum, die Bändchen hatte der Veranstalter generös spendiert, konnte
man unschwer erkennen, dass prominente Akteure (u.a. Ex-Box-Weltmeister
Artur Abraham) und Vertreter anderer Sparten sich vom speziellen
Sechstage-Fluidum angezogen fühlen. Danke, Ulli Jansch, danke, Heinz Seesing!
Ernst Podeswa |
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Anmerkung: Die Redaktion der Website behält sich das Recht Sinn wahrender Kürzungen vor. |
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